PAMPHYLIA 25.11.2012

25.11.2012 Führung durch Silyon

Am nächsten Tag bin ich pünktlich um 12 Uhr mittags in Silyon.

Mein Führer Fazle ist 67 Jahre alt und -weil seine Schafe die Gegend so gut kennen wie er und ihn zumeist nicht brauchen- betätigt er sich als Fremdenführer. Sein Hirtenstab ist aus Metall gearbeitet und an der Oberseite typischerweise rund gebogen. Unsere Verpflegung ist frisch abgefülltes Quellwasser und ein Beutel mit Mandarinen und Apfelsinen Sorte "Washington".


Fazle kennt die alte Stadt wie seine eigene Westentasche

Viele der Gebäude sind nur über Umwege zu erreichen, weil überall noch die Gebäudesteine herum liegen oder die Eingänge zugeschüttet sind. In die byzantinische Kirche müssen wir durch einen ca 60x50 cm kleinen Fenstersturz klettern.

Außenmauer der Basilika

SILYON war eine Stadt der Superlative. Sie war mehrfach gesichert durch Stützmauern, die schon in ihrer Blütezeit Uneinnehmbarkeit signalisierten.

Die Stützmauern Silyon´s in ihrem ursprünglichen Zustand

SILYON gehörte zu den bedeutendsten Städten des hellenistischen Pamphyliens. In byzantinischer Zeit war es zeitweise Bischofssitz.


Die Außenmauern einer byzantinischen Kirche

Fazle auf  der ehemaligen Agora
Was von der Agora übrig blieb....  hinter der Treppe noch Reste des Bouleterions
Von dem Tafelberg hat man einen faszinierenden Rundblick über das ganze Umland.

Was für ein Blick!

SILYON liegt in den Ausläufern des Taurus-Gebirge. Die Landschaft ist von spröder Schönheit; Pflanzen unterschiedlichster Art wachsen inmitten von zerklüfteten Felsbrocken, Distelgewächse blühen neben Orchideen.

Orchideen

Im Hochsommer ist alles trocken oder nahezu verdorrt, in der Regenzeit sprießen Zwiebelgewächse, schießen Disteln aus dem Boden, erheben sich kleine Orchideen neben Gänseblümchen und Thymian. Sträucher erblühen in allerlei Farben und Formen. Die Luft ist erfüllt von einem herben, aber angenehmen Kräuterduft.

Die Überreste des antiken Theaters sind spärlich. Das Theater und nachfolgend auch das Odeon sind bei mehreren Bergrutschen zerstört worden.


Traurige Reste eines wahrscheinlich gigantischen Theaters

Daneben lag das Odeon. Durch mehrere Erdrutsche -der letzte war im Jahr 1950- stürzte der größte Teil des Theaters (mit dem Bühnenhaus) in die Tiefe, das Odeon verschwand beim letzten Erdrutsch ganz.

Ein Traum geht in Erfüllung:

Ein unterirdischer Teil der Stadt! Das ist ein Vorzug der türkischen Nachlässigkeit: diese unterirdischen Räume sind nicht abgesperrt, weil sich Behörden für diese Anlage nicht interessieren.

Ein wenig unheimlich ist es schon, in diese Anlage über ein vermeintliches "Zisternenloch" hinab zu klettern. Sie ist bestimmt nicht gesichert, aber ich wollte doch schon immer mal wissen, was genau unter den Wiesen noch an alten Kellern steckt und wie sie aussehen. Fast 2500 Jahre alt und intakt!!! An den hinteren Wänden kann man Fresken erkennen-also wahrscheinlich kein Kellerraum. Leider konnte Fazle nicht mit dem Blitz meiner Kamera umgehen, weshalb die erste Serie unscharf ist. Sollten ich noch einmal wiederkommen, muss ich an eine Taschenlampe denken.


Fazle hat leider die doppelte Blitzeinrichtung meiner Kamera nicht verstanden
Traumhaft....
.... schön!

SILYON ist die faszinierendste antike Stadt, die ich gesehen habe.

Die Schäfer sind als direkte Nachkommen SILYONS sehr stolz auf die Ruinenanlage und kennen jeden Winkel und jeden Tritt dorthin.

Schade, dass sich keine offizielle Stelle um diese großartige Stadtruine kümmert.

Sollte ich noch einmal in die Nähe kommen, werde ich SILYON einen erneuten Besuch abstatten - mit Taschenlampe!

Gegen 18 Uhr bin ich wieder im Hotel zurück, gebe mein Auto zurück, räume mein Zimmer.

Ich habe noch immer zwei Stunden Zeit, bis der Transferbus kommt. Also gönne ich mir eine Shiatzu-Massage. Danach ein Glas Sekt.

Der Flug ist angenehm, das Flugzeugsandwich nach all den türkischen Köstlichkeiten ein absolutes No-Go!

Gegen 02.50 Uhr in Köln und um 05.00 Uhr morgens wieder zu Hause.

Vier Tage in Pamphylien-wirklich lohnenswert.

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